KUBA RUNDREISE IN 3 WOCHEN: ROUTE, TIPPS & KOSTEN

Monday, January 15, 2018

Let the world change you and you can change the world

― Ernesto Che Guevara

Wir wollen nach Kuba bevor sich alles ändert, bevor die Insel von den Amis überströmt und der Sozialismus vom nächsten Hurrikan verweht werden. Bereits letztes Jahr gingen uns ähnliche Gedanken durch den Kopf und wir wollten es unbedingt noch schnell auf die Castro-Insel schaffen, um das wahre Kuba zu erleben. Eine Rundreise über 3 Wochen stand Ende Juli 2017 endlich fest und die Flüge wurden gebucht. Die Planung konnte beginnen, aber es dauerte eine Weile, bis wir unsere endgültige Route gefunden haben. Auch im Nachhinein würde ich nicht viel ändern und möchte deshalb meine Tipps teilen und hoffentlich den einen oder anderen von euch für dieses unglaubliche Land begeistern.

Trinidad Kuba was sehen

KUBA: DIE ROUTE

Bei jeder neuen Reiseplanung fällt es mir unglaublich schwer, mich für eine Route zu entscheiden. Klarerweise muss man Prioritäten setzen und viele Orte von der allerersten Liste streichen. Für Kuba haben wir uns zwar 3 ganze Wochen Zeit genommen, nichtsdestotrotz war meine Wunschvorstellung ziemlich unrealistisch. Ich wollte die ganze Insel erkunden und ALLES sehen. In 3 Wochen–Mission Impossible!

Das Ganze wäre auch gar nicht so schwierig gewesen, wäre ich bei meiner Recherche nicht zufällig an einen Ort gestoßen, an dem Kubas beste Küche serviert wird und der für den Kakaoanbau bekannt ist. Meine Augen wurden bei “Fisch in Kokossoße”, Kakaoplantagen und “frittierten Bananen” viel größer als sie sowieso sind und ich wusste: Ich muss nach BARACOA. Das große Problem dabei: Es geht sich niemals aus, dass wir es mit dem Auto so weit in den Osten schaffen und keine der ursprünglichen Orte streichen.

Über mehrere Wochen waren die Google Maps meine Lieblingsbeschäftigung und ich versuchte, die kürzesten Wege zu berechnen und die Route so optimieren, dass wir es nach Baracoa schaffen. Ich wurde bereits gewarnt, dass man bei jeder Strecke fast die doppelte Reisezeit einplanen muss, weil die Straßen im schlechten Zustand sind. Zudem hat jeder Reisebericht von einem Autoverleih abgeraten. Teilweise war ich frustriert und wusste nicht, was wir tun sollen.

Die perfekte Reiseroute stand nach viel Hin und Her erst kurz vor der Abreise fest, dennoch war sie davon abhängig, ob wir unser Mietauto in Havanna abholen und in Santiago de Cuba zurückgeben können. Der ideale Plan war es, das Auto im Südosten zurückzugeben und für den Rückweg nach Havanna einen Flug zu buchen. Und schlussendlich hat alles perfekt geklappt!!

Reiseroute mit dem Auto Kuba 2017

Unsere Autoroute (die Fotoreihenfolge entspricht der Route) für ca. 3 Wochen:

  1. Havanna | 2 Nächte
  2. Viñales | 2 Nächte
  3. Santa Lucia – Cayo Jutias | 2 Nächte
  4. Cienfuegos | 2 Nächte
  5. Trinidad | 3 Nächte
  6. Holguín | 1 Nacht
  7. Baracoa | 3 Nächte
  8. Santiago de Cuba | 3 Nächte

Die Zeit, die bei Google-Maps berechnet wird klingt alles andere als schlimm. Leider mussten wir selbst feststellen, dass man für jede Route fast die doppelte Zeit braucht und teilweise mit ziemlich schlechten Straßenverhältnissen rechnen muss. Zudem gibt es auf Kuba nicht überall eine Autobahn und selbst dort, wo sie vorhanden ist, wird sie von allen möglichen Fahrzeugen befahren: Fahrräder, Kutschen, Traktoren, Autos und die Liste geht weiter. Auch Fußgänger, Pferde und Co. sind auf den Autobahnen keine Seltenheit und ergänzen das bunt gemischte kubanische Verkehrsbild.

Insgesamt haben wir mit unserem etwas wackeligen Auto etwas über 2000 km zurückgelegt und haben auf den verschiedenen Strecken insgesamt um die 100 Kubaner mittransportiert. Die Straßenverhältnisse und der Mietautopreis haben uns oft überlegen lassen, ob ein Sammeltaxi nicht besser gewesen wäre. Jedoch, im Nachhinein betrachtet, würden wir trotzdem wieder ein Auto mieten. Wir hatten die Möglichkeit so viel zu sehen, waren unglaublich flexibel und haben auf dem Weg so viele Einheimische kennengelernt, die uns für die Mitfahrt unheimlich dankbar waren und uns mit verschiedenen Tipps und sogar mit selbstangebauten Tomaten versorgt haben.KUBA RUNDREISE IN 3 WOCHEN: ROUTE, TIPPS & KOSTENVinales Kuba TabakplantageCayo Jutias Kuba StrandCienfuegos Kuba Stadt AussichtTrinidad Kuba Bunte HäuserBaracoa Kuba AussichtSantiago de Cuba Kuba Aussicht

KUBA: WICHTIGSTE TIPPS

Vor einer Kubareise muss man sich einiges überlegen. Es haben mich bereits einige gefragt, ob ich diese Karibikinsel empfehlen würde und auf diese Frage habe ich zwei Antworten: JA & NEIN. In meinen Beiträgen über Kuba wird man meistens die Überlegungen zur Antwort JA lesen können, weil es definitiv ein Land ist, das mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt hat. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass Kuba nicht jedermann Sache ist. Jeder, der sich eine schöne Karibikreise mit fancy Hotels, exklusiven Cocktails und feinster Küche vorstellt ist auf Kuba ganz falsch. Damit möchte ich nicht behaupten, dass ich an dieser Vorstellung etwas falsch sehe. Vielmehr möchte ich betonen, dass Kuba ein ganz anderes Flair hat. Für die Reise sollte man sich auch entsprechend vorbereiten bzw. sich einiger Facts bewusst sein.

DIESE DINGE SOLLTEST DU VOR EINER REISE NACH KUBA WISSEN

In meinem Beitrag, den ich vor der Reise veröffentlicht habe, habe ich bereits meine Packliste geteilt. Diese finde ich auch im Nachhinein sehr gut, würde sie dennoch mit ein paar Kleinigkeiten ergänzen. Aus diesem und vielen anderen Gründen bin ich der Meinung, dass man folgende Facts über Kuba bei der Planung unbedingt berücksichtigen sollte.

  • WARTEZEITEN: Während für uns die Zeit Geld ist, ist es auf Kuba fast umgekehrt. Man muss bei allen Angelegenheiten mit langen Wartezeiten rechnen. Z.B. kann es passieren, dass man sich in einer Bäckerei ca. 40 Minuten für ein Weckerl anstellen muss, obwohl nur 10 Leute vor einem dran sind.
  • GELD: Auf Kuba gibt es zwei Währungen und zwar CUC (für Touristen, entspricht ca. €1) und CUP oder Moneda Nacional (für die Einheimischen, 25 CUP = 1 CUC). Wir haben überall gelesen, dass es keine Bankomaten etc. gibt und haben deshalb viel Bargeld zum Wechseln mitgenommen. Das hat auch gleich bei der Ankunft am Flughafen super funktioniert (ca. 1 Stunde dafür einplanen), allerdings muss man nicht alles in Bar mitnehmen, weil man bei jeder Bank vom Bankomaten abheben kann. Ich habe eine Riffeisen-Studentenkarte und hatte überhaupt keine Probleme beim Abheben. War auch kostengünstiger als das Wechseln.
  • SCHLAFEN: Auf Kuba sollte man sich von Hotels fernhalten. Es gibt zwar einige, dennoch soll der Standard ziemlich niedrig sein und die Preise ziemlich hoch. Wir haben in den sogenannten Casa Particulares geschlafen und würden es wärmstens empfehlen. Die Kubaner haben seit 2011 die Möglichkeit, ihre Häuser an Ausländer zu vermieten und somit hat man die Möglichkeit, die Einheimischen kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen und das richtige kubanische Leben live mitzuerleben. Wir haben im Voraus nur die ersten 2 Nächte in Havanna gebucht und wurden von dort an über die gesamte Reise weitervermittelt. Das war unglaublich praktisch, da wir selbst flexibel waren und immer von Unterkunft zu Unterkunft weiterempfohlen wurden.
    Die Vermieter haben für uns immer die nächste Casa kontaktiert und für uns telefonisch reserviert. Die Preise pro Nacht liegen zwischen 25 und 30 CUC. Zudem kann und sollte man unbedingt das Frühstück um 5 CUC p.P. dazu nehmen. Was auf den Tisch kommt ist auf jeden Fall mehr als 5 CUC wert. Auch das Abendessen in den Casas würde ich empfehlen, da es meistens viel besser und günstiger ist, als in den Restaurants. Zwischen 7 und 10 CUC zahlt man für ein Menü: Vor-, Haupt- und Nachspeise sind dabei und man kann zwischen Fisch, Hummer und Fleisch wählen.
  • ESSEN: Zum Punkt Essen auf Kuba liest man viel Negatives. Meiner Meinung nach ist das Essen überhaupt nicht so schlecht, denn es werden immer saisonale Gerichte/Gemüsesorten serviert und gekocht. Nichtdestotrotz bin ich der Meinung, dass die kubanische Küche viiiiel besser sein könnte, wenn man ein wenig experimentieren und besser würzen würde. Die Tatsache, dass der Fisch oder das Fleisch immer in gleicher Ausführung mit Gemüse und Co. auf den Tisch kommen ist leider die Folge von Informationskluft. Auf Kuba fehlt leider der Zugang zum “kulinarischen Wissen”, zu den Food-Trends etc. Die Voraussetzungen wären auf jeden Fall da.
    Wir haben meistens in den Casas gegessen und fanden das Essen meistens sehr gut. In Vinales, Holguin und besonders Baracoa sogar unglaublich gut.
  • INTERNET: WLAN gibt es in den Städten meistens an 1-2 Hotspots und dieses wird vom staatlichen Betreiber ETECSA angeboten. Die Verbindung lässt meistens zu wünschen übrig, aber immerhin kann man Mails checken, Facebook updaten etc. Die Hotspots sind nicht immer gleich und die aktuellen findet man meistens bei großen Hotels oder in Parks. Am besten spaziert man durch die Stadt und lässt die Augen für Menschenmassen offen, die an einem Spot am Handy hängen. Sonst hat man diesen Anblick nicht oft auf Kuba. Wir haben uns oft in ein Hotel wie z.B. Iberostar hineingesetzt und haben einen Kaffee getrunken, um gute Verbindung zu haben.
    Für den Internet-Zugang braucht man Rubbelkarten, die man in ETECSA Shops kaufen kann. Auch hier kann man sich locker 2 Stunden anstellen und darf max. 5 Karten pro Person kaufen. Für den Kauf benötigt man unbedingt einen Pass, weil jede Kartenausgabe registriert wird. Somit will die Regierung den Internetzugang einschränken sowie den Schwarzmarkt verhindern. Nichtsdestotrotz werden in der Masse oder einfach so auf der Straße einige Kubaner versuchen, dir eine WLAN-Karte um den doppelten oder den dreifachen Preis zu verkaufen. In den offiziellen Shops zahlt man 1 CUC für eine Stunde. Meine Empfehlung ist, sich gleich beim ersten Mal 5 Stunden Karten zu kaufen. Sich mehrmals anzustellen ist wirklich zeitaufwendig.
  • MIETAUTO: Jeder Reisebericht, den ich vor unserer Reise gelesen habe, hat von einem Mietauto abgeraten. Wir haben uns trotzdem für ein Auto entschieden und haben es fast zeitgleich mit dem Flug gebucht. Das war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, denn Autos sind auf Kuba Mangelware. Sie sind teuer und meistens im schlechten Zustand. Wir hatten ein altes Model der chinesischen Firma Geely und würden bei der nächsten Reise nach Kuba auf jeden Fall zu einem Geländewagen greifen, weil die Straßen oft nicht für ein “normales Auto” gebaut sind.
    Das Auto haben wir über TRANSTUR online gebucht und haben nach ca. 1 Tag die Buchungsbestätigung bekommen. Die Abholung sowie die Rückgabe haben super schnell und einfach funktioniert.
  • EINKAUFEN: Auf Kuba bekommt man in den Supermärkten nicht viel. Wir haben oft sogar mehrere Supermärkte aufsuchen müssen, um Wasser zu kaufen. Auch sonst gibt es meistens nur Rum und Zigaretten und alles andere ist eine pure Glückssache. Ich werde empfehlen, alles mitzunehmen, was man irgendwie brauchen kann. Hier habe ich vor der Reise eine Liste zusammengestellt. Diese würde ich mit einer Regenjacke ergänzen und zu den Geschenken für die Einheimischen unbedingt Klamotten dazuschreiben. Es gibt nichts, über was sich Kubaner mehr freuen, als Shirts, Hosen und andere Textilien. Obwohl ich die Sachen aus meinem und dem Koffer von meinem Mann zu Hälfte verschenkt habe, wünsche ich, ich hätte mehr mitgenommen, denn auch hier sind die Einkaufsmöglichkeiten auf der Insel extrem eingeschränkt und unglaublich teuer.
  • GESCHENKE: Bei meiner Recherche habe ich immer wieder gelesen, dass man unbedingt Geschenke für die Einheimischen mitnehmen sollte und dies habe ich auch getan. Ich habe viele Kosmetik- und Schminkartikel, Stifte, Hefte, Mannerschnitten und Klamotten eingepackt. Leider hatte ich trotzdem das Gefühl, dass das zu wenig war und habe zum Schluss einige andere Kleidungsstücke von mir und von meinem Mann verschenkt. Noch nie habe ich Menschen gesehen, die sich so über Textilien/Schuhe freuen. Bei einem Einkauf von Souvenirs hat mit der Verkäufer gesagt, ich soll bei meiner nächsten Kubareise lieber Klamotten mitnehmen und ihm das statt Geld anbieten. Das wäre ihm viel lieber, weil er es an seine Kinder weitergeben könnte. Das war einer der Momente, die mich zutiefst getroffen und viel zum Nachdenken gebracht haben. Am liebsten hätte ich all das, was ich anhatte ausgezogen und es ihm geschenkt.

Das wären auf jeden Fall die wichtigsten Facts, die mir bisher eingefallen sind. Sollten mir andere wichtige Dinge einfallen, werde ich die Liste noch ergänzen. 🙂

3 WOCHEN KUBA: KOSTENAUFSTELLUNG FÜR 2 Personen

Schaut man sich den Durchschnittslohn der Kubaner an, könnte man leicht denken, auf Kuba sei alles mega günstig. Leider würde man sich täuschen, denn für einen 3-wöchigen Aufenthalt fallen doch mehrere Tausende Euro an (obwohl wir nicht einmal eine Nacht in einem Hotel verbracht haben). Bei uns sind leider auch einige unerwartete Kosen angefallen, weil ich einen Tag vor dem Urlaub meinen Flug komplett umbuchen und somit 4 Tage länger in Havanna bleiben musste. Das wäre auf jeden Fall die grobe Kostenaufstellung, mit der man für ca. 3 Wochen rechnen muss.

  • Flug (ursprünglich über Zwischenstopp in Kanada gebucht): ca. € 700,- p.P.
  • Mietauto für 15 Tage (die billigste Autoklasse) €870,-
  • Rückgabe vom Mietauto in einer anderen Stadt €140,-
  • Autoversicherung (Pflicht) €150,-
  • Tanken für 2000 km ca. €150,-
  • Schlafen für 22 Nächte €550,-
  • Frühstück für 22 Tage €220,-
  • Abendessen ca. €600,-
  • Sehenswürdigkeiten (Museen, Nationalparks etc.) €200,-
  • Souvenirs und Zigarren zum Mitnehmen ca. €350,-
  • Einkaufen: Wasser, Internet-Karten etc. ca. €200,-
  • Sonstiges: ca. €200,-
    =€5.000,-

Das wären im Großen und Ganzen die wichtigsten Punkte, die ich rund um die Organisation für eine Kuba-Reise teilen möchte. Der Beitrag wird sicherlich immer wieder upgedatet werden, weil mir bestimmt auch andere Dinge einfallen werden. Solltet ihr bald eine Reise nach Kuba planen oder einfach neugierig sein, immer her mit den Fragen in den Kommentaren unter dem Beitrag. 🙂

Fatime Zahrl www.thecosmopolitas.com

 

Reise nach Kuba planen Tipps

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