WENN DU SELBST DEIN GRÖßTER FEIND & EIN OPFER DER LEISTUNGSGESELLSCHAFT BIST…

Monday, July 9, 2018

Von meiner Seite ist es letzter Zeit am Blog etwas ruhiger geworden. Das liegt keinesfalls daran, dass ich nichts zu erzählen habe oder keine Lust auf Schreiben hätte. Im Gegenteil, meine Notizen am Handy bestehen aus zahlreichen Themen, die ich gerne niederschrieben würde, die ich teilen möchte und die mich fast tagtäglich beschäftigen. Auch mein Tagebuch ist gefüllt mit sowohl fertigen als auch begonnen Texten, die ich mal als Kolumne veröffentlichen möchte. Die Frage ist nur, wann? Oder, ob jemals?!

Ich bin ein reflektierter Mensch und denke viel nach. Vielflach oft zu viel und mache mich dabei zu meinem größten Feind. An einem Tag habe ich eine Idee, schreibe sie nieder, und am nächsten Tag finde ich sie doof. Bin ich zu selbstkritisch? Sicher doch! War ich immer schon. Bedeutet aber keinesfalls, dass ich kein Selbstbewusstsein habe, depressiv bin oder mich selbst nicht mag. Dennoch begleitet mich laufend der Gedanke, ich könnte dies besser tun und in xy könnte ich auch noch besser sein. Mache ich das, um andere zu beeindrucken? Nein! Es geht schlichtweg um meine eigene Selbstwahrnehmung, die oft so verzerrt zu sein scheint, dass ich mir selbst das Gefühl vermittele, nichts gut genug zu tun…

Menschen sind ihre größten Feinde

Warum bin ich aber mein eigener Feind?

Und, wie komme ich jetzt auf dieses Thema? Wie viele von euch vielleicht auf Instagram mitbekommen haben, beschäftige ich mich jetzt sein eineinhalb Monaten sehr intensiv mit meiner Masterarbeit. Ich habe mich auf diesen Lebensabschnitt wirklich nicht gefreut und wollte ihn am liebsten verschwinden lassen. Ich wusste, es kommt wieder ein Projekt auf mich zu, welches mich emotional zerstören und einen Schatten über meinen (normalerweise glücklichen und positiven) Alltag werfen wird. Das Problem dabei ist nicht einmal, dass ich faul wäre und lieber nur chillen würde. Das könnte ich auch nicht. Schließlich brauche ich laufend Beschäftigung und würde mich als einen Workaholic bezeichnen. Vielleicht beschriebt mich sogar das Adjektiv „wissensdurstig“ noch besser. Ich möchte am liebsten das Wissen der gesamten Welt in meinem Kopf vereinen. Ich bin auch der größte Befürworter des lebenslangen Lernens. 🙂

Man könnte meinen, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben könnte mich sogar glücklich machen. Dabei lerne ich schließlich viel. Nichtdestotrotz war schon lange nicht mehr so unzufrieden mit meinen eigenen Leistungen und genau hier liegt das Problem. Ich sitze fast täglich in der Bibliothek, habe gefühlt 323374747 Paper und Bücher gelesen, dabei viel gelernt, Diplom für Selbstdisziplin verdient, Zara Sale verpasst (ha-ha) und habe trotzdem jeden Abend vor dem Einschlafen die gleichen Gedanken im Kopf:

Das und das habe ich heute nicht geschafft,

Jetzt habe ich schon wieder keinen Sport gemacht,

Heute habe ich schon wieder nicht frisch gekocht…and the list goes on…

Donauinsel Wien Copa KagranaMeine Gedanken sind gerade unglaublich negativ geprägt und ich sehe kein Ende in Sicht. Ich bin einfach mein größter Feind und Kritiker. Ich stelle so hohe Ansprüche an mich selbst, dass ich ihnen in diesem Leben nicht gerecht werden kann. Ich möchte alles und am besten sofort und gleichzeitig. Ich möchte meinen Abschluss haben, gesundes Leben führen, genug Sport machen, für meine Freunde und Familie da sein, jeden Tag etwas Neues lernen, die Sonne genießen, verreisen, mehr lesen, und, und, und…Ich könnte die Liste stundenlang weiterführen und würde sie immer noch nicht beenden. All das erwarte ich mir von mir und das tagtäglich.

Ich bin laufend der Meinung, es geht mehr und ich muss mehr.

Das größte Problem liegt aber dabei nicht nur in der Tatsache, dass ich nie zufrieden mit mir selbst bin, sondern das gleiche Muster auf alle um mich herum übertrage. Ich erwarte mir oft von allen anderen, nach meinem leistungsgeprägten Motto zu leben und vergesse so oft, wie verschieden wir alle sind. Wir können unmöglich alle das Gleiche leisten und sollen dies auch nicht tun. Schließlich leben wir in einer bunten Welt und bereichern einander, sodass unsere Unterschiede das sind, was unsere Menscheit in Wahrheit ausmacht. 🙂 Deshalb versuche ich ab heute meine Selbstfeindrolle zu unterdrücken und werde täglich eine Liste schreiben, was ich “heute” toll gemacht habe. Vielleicht erleichtert mir das den Weg und lenkt mich davon ab, mir selbst unbegründet Stolpersteine in den Weg zu legen. 🙂Donauinsel Wien Copa Kagrana


Fatime Zahrl www.thecosmopolitas.com

3 Responses
  • Melanie
    July 10, 2018

    Das kann ich total gut verstehen. Vor ein paar Jahren ging es mir auch so, dass ich immer 100% geben wollte, aber das hat mich dann kaputt gemacht.

    Dein Kleid gefällt mir sehr gut, perfekt für den Sommer :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / Goldzeitblog

  • Kimyana
    July 11, 2018

    Ich liebe den Look! Tolle Inspo für mein Wochenende auf Ibiza!

    Happy Summer
    xx Kim

  • Tina
    July 12, 2018

    Oh ich kenne diese Gedanken zu gut – und es ist irgendwie wie ein Hamsterrad und man schafft es, sich immer mehr hinein zu steigern… gar nicht so einfach. Ich hoffe du vertreibst diese Gedanken mein nächsten Mal und drücke dir ganz doll die Daumen für die Masterarbeit 🙂 ♥

    xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

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